Der Fischer und seine Frau
nach dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm
für Kinder ab sechs Jahren
»Myne Fru, de Ilsebill,
Will nich so, as ik wol will«

Fischer: Martin Horn
Ilsebill: Nadja Brachvogel
Regie: Thomas Sobotka
Dramaturgie: Alexandra Rollett
Produktionsleitung: theater mundwerk und LaStrada
am Schlagzeug: Rainer Binder-Krieglstein
Bühnen-/Kostümbild: Markus Boxler
Licht/Technik:
Thomas Bergner


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„Europäische Forschungsreisende der jüngeren Zeit sahen, rochen und fühlten das Elend Bangladeschs und kamen zu dem Schluss: ‚Das ist kein Leben.' Aber fragen wir die dürre kleine Frau im zerrissenen Sari, die bei Sonnenuntergang in den Ruinen des uralten buddhistischen Klosters von Paharpur im Nordwesten Bangladeschs hockt. […] ‚Mir geht es gut, ich esse zweimal am Tag.' Zweimal, das ist in der Tat nicht schlecht. Und sie lacht so, dass der Blick auf ihre Zahnstummel vollständig frei ist. Weder Frau Mujahi noch ihr 23-jähriger Sohn Musun haben je ferngesehen, sie wissen nicht, welches Glück Weichspüler für Frotteetücher verheißen oder welches Gefühl von Freiheit eine bestimmte Automarke vermittelt. Wenn sie Geld hätte, würde Frau Mujahi den Sohn verheiraten oder seine Nachtblindheit behandeln lassen. Aber unglücklich? Nein, nein. ‚Very, very happy' sei sie, selbstverständlich, sie lebe ja, und zwar in einer Familie und ‚unter dem großen wunderbaren Himmel'".

„Die Glücklichen" - Berliner Zeitung, 28. November 2000
Arm aber zufrieden leben der Fischer und seine Frau auf einer einsamen Insel im Meer. Eines Tages baumelt ein sprechender Butt am Haken des Fischers. Der zauberkundige Fisch verspricht ihm im Tausch gegen die Freiheit die Erfüllung aller Wünsche. Als Ilsebill, die Frau des Fischers, das hört, wünscht sie sich gleich ein ordentliches Haus mit allem Drum und Dran. Doch Ilsebills Zufriedenheit währt nicht lange. Immer wieder muss der Fischer dem Butt immer maßlosere Wünsche zutragen: Ilsebill will einen Königspalast, sie will Papst werden, will Gott werden...
In Kooperation mit:
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Foto: OchoReSotto


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Pressestimmen

»Ein absoluter Hit

Vom Dixi-Klohäuschen zur Hüpfburg, von der Schwimmente zur bengalisch blinkenden Papstrobe: Unter der Regie von Thomas Sobotka und mit Schlagzeugbegleitung von Rainer Binder-Krieglstein setzt das Theater Mundwerk Grimms "Der Fischer und seine Frau" einfach märchenhaft um. Zum üppigen Schauplatz wächst die Bühne im Dom an. Kinderwünsche und ausgewachsene Beziehungskonflikte vernetzt das brillante Duo Nadja Brachvogel und Martin Horn zur witzigen Schau menschlicher Habsucht. Ein La Strada-Hit für alle Altersgruppen.«

Kleine Zeitung


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Ein biografisch angehauchtes Märchen bei La Strada

Über Ilsebills Gier

Das Grimmsche Märchen "Der Fischer und seine Frau" hat das Grazer Theater Mundwerk für La Strada im Dom im Berg als Parabel über die Gier neu bearbeitet.
Eigentlich passen der Fischer und seine Frau Ilsebill nicht zusammen. Er ist mit allem zufrieden, sie will stets mehr. So glücklich wie die Anfangstage, als sie noch in einem Dixi-Klo hausten, sollen sie nicht bleiben: Als der Fischer einen Wunderfisch wieder freilässt, hat seine Frau endlich einen Weg gefunden, ihre Wünsche zu erfüllen. Was mit einem neuen Haus beginnt, endet damit, dass sie Papst werden will.
Das Theater Mundwerk (Regie: Thomas Sobotka) hat das Grimmsche Märchen für La Strada neu bearbeitet, daraus eine Parabel über entgleiste Gier und falsch verstandene Genügsamkeit geformt. Martin Horn und Nadja Brachvogel füllen die Figuren nicht nur mit beherztem Spiel, sondern auch mit ihrer eigenen Biographie. Für die musikalische Umrahmung des Stückes sorgt Rainer Binder-Krieglstein am Schlagzeug.

Kronen Zeitung