nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Michael Ende
für Kinder ab sechs Jahren
DER HERR: Entschuldigen Sie, aber Sie sitzen zufällig auf meinem Platz.
DAS MÄDCHEN: Macht nichts.
DER HERR: Na ja, eigentlich hat sie ja Recht. Es macht wirklich nichts, denn ich kann mich ja genauso gut auf einen anderen Platz setzen.
Das Mädchen: Nadja Brachvogel
Der Herr: Martin Horn
Regie: Miki Malör
Dramaturgie: Simon Windisch
Bühne: Christina Weber
Ausstattungsassistenz: Corinna Schuster
Licht/Technik: Thomas Bergner
Eine Produktion von theater mundwerk in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum bei den Minoriten.
Dauer: 60 Minuten
Die Kurzgeschichte von Michael Ende erscheint im Verlag für Kindertheater Hamburg.
Michael Ende hat 1971 seine Kurzgeschichte Macht nichts verfasst als kritische Fragestellung nach den Grenzen der antiautoritären Erziehung. Den Kindern keine Grenzen zu setzen, ihnen in ihren Bedürfnissen freien Lauf zu lassen war damals die Antwort junger Eltern auf die autoritäre Grundströmung der Gesellschaft jener Zeit.
Inzwischen gilt die antiautoritäre Erziehungsmethode als überholt. Es herrscht die einhellige Meinung vor, dass Kinder in der Tat Grenzen brauchen und sie auch immer wieder suchen, oft in Erwartung einer (Gegen-)Reaktion.
Dennoch gibt es auch heute zahlreiche Eltern, die ihren Kindern alles nachsehen und ihnen alle Wünsche erfüllen, allerdings nicht mehr als linksliberale Reaktion auf das Establishment. In einer Zeit, in der die Ein-Kind-Familien zunehmen, wächst auch immer häufiger die elterliche Toleranz ins Bedingungslose.
Die Forderungen der Kinder sind dabei klar: keine Regeln, keine Verbote, grenzenlose Freiheit. Doch sind Grenzen nötig, um ein Kind vor Gefahren zu schützen, um es in die Regeln eines sozialen Miteinanders einzuführen, um ihm Orientierung zu verschaffen in einer Welt, die für das Kind noch zu erschließen ist und bis dahin unüberschaubar erscheint.
Macht nichts zeigt überspitzt was passieren kann, wenn ein Kind, das keine Grenzen kennt, auf einen Erwachsenen trifft, der niemals welche setzt.
Eigentlich hat der Abend ganz gut angefangen. Nach getaner Arbeit besucht der Herr sein Lieblingsgasthaus. Er war nur mal kurz weg, um seine Zeitung zu holen, da sitzt ein siebenjähriges Mädchen auf seinem Platz und isst sein Abendessen auf. Auf die leisen Proteste des Herren antwortet das Mädchen nur mit einem lächelnden: "Macht nichts". Bis hierhin klingt alles noch ganz harmlos, doch als er gehen will, folgt es ihm bis nach Hause. Was da passiert, stellt seine Inneneinrichtung, sein Haus, sein Leben völlig auf den Kopf.
Eine anarchische Slapstick-Komödie für Kinder ab sechs über die Grenzen der Toleranz.
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Pressestimmen
»Die kindliche Anarchie
Was passiert, wenn ein Erwachsener einem Kind keine Grenzen setzt? Diese Frage spielt das Theater Mundwerk im Stück „Macht nichts" (Regie: Miki Malör) nach einer Erzählung von Michael Ende durch. Wie die Jungfrau kommt ein Mann (Martin Horn) in einem Gasthaus zu einem Riesenbaby (Nadja Brachvogel), das nicht nur sein Abendessen verputzt, sondern ihm auch nach Hause folgt und sein Leben komplett auf den Kopf stellt. Auf seine leise Kritik an der in seinem Heim herrschenden Anarchie antwortet es stets nur mit „Macht nichts" — bis es kein Heim mehr gibt.
Die Grenzen antiautoritärer Erziehung zeigt dieses Stück, indem es auf unterhaltsame Weise den extremen Weg beschreitet.«
Kronen Zeitung
STELLA 2010, Darstellende.Kunst.Preis für junges Publikum in Österreich
Nominierung: "herausragendes Kinderstück"
Auszeichnung: "herausragendes Bühnenbild"