Spoonface Steinberg
von Lee Hall
für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
»Und was ist eigentlich der Sinn von allem? - wenn du sterben musst, was ist der Sinn? - die ganzen Bäume und die Sträucher und die Hungersnöte und Kriege und Unglücke und sogar die Bleistifte oder Kugelschreiber - was ist der Sinn von all diesen Sachen?«
Foto: Heide
Spoonface offenbart den faszinierenden Blick auf einen uns fremden Umgang mit dem Tod. Mit einer eigentümlichen Mischung aus Naivität, Weisheit und Humor befasst sie sich mit dem Unfassbaren und lässt uns mit ihren Augen sehen, wie dieses untrennbar mit dem Leben verbunden ist. Mit der „Weltfremdheit" einer Autistin stellt Spoonface immer wieder die richtigen Fragen und findet so einen Weg, jenseits von Angst und Verzweiflung mit dem Thema Tod umzugehen.

Der Autor Lee Hall, u.a. Drehbuchautor von „Billy Elliot", erhielt für Spoonface Steinberg nahezu alle wichtigen Preise Englands (u.a. die Auszeichnung „Bestes Stück des Jahres").
Mit Nadja Brachvogel
Bühne und Kostüme: Nadja Brachvogel
Animation: Marc Backhausen
Regie: Martin Brachvogel

Dauer: ca. 90 Minuten

In Kooperation mit dem Kulturzentrum bei den Minoriten.
»Preis der Jury beim „best OFF styria" Festival 2006«

Begründung der Jury
„Wir vergeben einen Förderpreis an eine junge Gruppe für ihren Mut, in dieser Zeit Dinge anzusprechen, die unsäglich sind, die aus der Öffentlichkeit verdrängt und beiseite geschoben werden; eine junge Gruppe die aufgebrochen ist, eigene Wege zu gehen, in einer Zeit in der sich viele Künstler sehnen nach dem Dach über dem Kopf, eine Gruppe die den Ausgegrenzten eine Stimme verleiht, eine Stimme die Optimismus und Hoffnung verbreitet.

Der »Preis der Jury« für eine besondere Leistung geht an
Theater Mundwerk
für Spoonface Steinberg"
Pressestimmen

»Theater Mundwerk befasst sich mit Sinn des Seins

GRAZ. Zusammengekauert sitzt Nadja Brachvogel im himmelblauen Pyjama auf einem Podest, bohrt Löcher in ihre Ringelsocken und in die Luft. Schlürft Limo und entflieht bei den Arien aus ihrem Kinder-Kassettenrekorder in eine andere Welt.

Als „Spoonface Steinberg" schlüpft die phänomenale Mimin in die Rolle eines kleinen Mädchens, einer krebskranken Autistin, die an den letzten Gedanken, Empfindungen und Erlebnissen teilhaben lässt. Eine Paraderolle, die das Äußerste abverlangt und unter der Regie von Martin Horn (Animation: Marc Backhausen) einen Höhepunkt in der Auseinandersetzung mit dem Tod bildet.

In außergewöhnlichen Arbeiten spürt das Minoriten-Kulturzentrum im März der Sterbekultur in unserer Gesellschaft nach. Lee Halls mehrfach ausgezeichnetes Stück vom „Löffelgesicht" philosophiert über den Sinn des Seins und des Nichts und hält in der 90-Minuten-Fassung vom Theater Mundwerk bis zur letzten Sekunde in Bann. Ungekünstelt, unübertrefflich, unbedingt sehenswert.«

Kleine Zeitung

 

»Berührender Babymonolog

Lee Halls intensiver autistischer Babymonolog ‚Spoonface Steinberg' ist ein echtes Wagnis. Ein Kraftakt für jeden Schauspieler, der entweder großartig oder unangenehm und peinlich ausgehen kann. Im Fall von Nadja Brachvogel und dem Theater Mundwerk gilt ganz eindeutig ersteres.

In den Galerieräumen des Grazer Kulturzentrums bei den Minoriten zieht Brachvogel das Publikum in ihren Bann und lässt es 90 Minuten lang nicht mehr los. In Kombination mit Video-Animationen von Marc Backhausen erzählt sie ihre zum Teil richtiggehend weise überlegte Geschichte und zeichnet nebenbei das berührende Bild eines autistischen Kindes, das bald sterben muss.

Regisseur Martin Horn weiß genau um die Qualitäten seiner Schauspielerin, zeigte Vertrauen und stellte klugerweise lediglich ein paar Trinkpackerl und ein Loch im Socken als Spielhilfen zur Verfügung. Mehr als genug für Brachvogel, um den hochklassigen Text unprätentiös, humorvoll und ohne falsche Sentimentalität als farbenfrohes Loblied auf des Leben auf die Bühne zu bringen. Sehr stark!«

Kronen Zeitung

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